Das Druckverfahren
auch Überdruck-, Hochdruck- und Verdichtungsverfahren genannt!
Das herkömmliche Druckverfahren...
Hier wird Vorgetrocknete Luft in den zu trocknenden Hohlraum gepresst. Die Installation ist einfacher, der Geräteeinsatz, im Vergleich zum “Vakuum-Verfahren”, geringer.
Benötigt werden hier Kondensat- oder Adsorptionstrockner, die die Raumluft entfeuchten. Eine Druckturbine drückt dann diese stark entfeuchtete Luft in den zu trocknenden Hohlraum. Dort reichert sich diese Luft mit Feuchtigkeit an und tritt durch Ausgleichsöffnungen in den Raum aus. Dort wird sie wieder entfeuchtet und in den Hohlraum gedrückt. – Der Vorgang wiederholt sich!
Mit dieser Verfahrenstechnik begann die Austrocknung von unter den Estrichböden liegenden Dämmschichten. Sie bietet sich dort an, wo Zerstörungen am Baukörper keine gravierenden Folgen nach sich ziehen und auf die Vorteile des “Vakuum-Verfahrens” verzichtet werden kann.
Um kurze Trocknungszeiten zu gewährleisten, hat sich das Eindrücken und gleichzeitige Absaugen der Luft als praktisch erwiesen. Dieses Druck- und Saugverfahren bietet die kürzesten Trocknungszeiten.
Nur bedingt geeignet ist das Druckverfahren für Flachdachtrocknungen.
Einsatzmöglichkeiten
Nach dieser Verfahrenstechnologie können sämtliche durchfeuchteten Hohlräume eines Baukörpers ausgetrocknet werden. – Allerdings sind auch Nachteile gegenüber dem “Vakuum-Verfahren” in Kauf zu nehmen, die nebenstehend erläutert werden.
Läßt sich in dem zu trocknenden Hohlraum kein sogenanntes “Vakuum” aufbauen, so ist das “Druckverfahren” einzusetzen. Die Dichtigkeit des Hohlraums spielt hier keine Rolle, da die nasse Luft nicht aus dem Hohlraum herausgezogen wird. Entfeuchtete Luft wird in den zu trocknenden Hohlraum mittels einer Turbine hineingedrückt. Demzufolge muss für Austrittsöffnungen gesorgt werden (Kernbohrungen, Randfugen usw.).
Folgende Hohlräume sind nach dieser Verfahrenstechnik, sofern das “Vakuum-Verfahren” wegen fehlender Dichtigkeiten nicht zum Einsatz kommen kann, zu trocknen:Holzbalkendecken
- Holz-Bodenkonstruktionen
- Versorgungsschächte
- Kabel- und Leitungsführungen
- Flachdach-Holzkonstruktionen
- Kriechkeller, usw.
Eine Verfahrenstechnologie mit Möglichkeiten, aber auch Risiken! Es ist daher abzuwägen, WIE und WO der Einsatz erfolgt. Gegenüber dem Vakuum-Verfahren ist die Installation einfacher und der Geräteeinsatz geringer!
Die Nachteile
Die in den Hohlraum gepresste trockene Luft reichert sich mit Feuchtigkeit an und tritt in dem betreffenden Raum wieder aus. Dort ist die Luft extrem mit Feuchtigkeit belastet, Inventar kann unter Umständen beschädigt werden, das Raumklima verschlechtert sich.
Noch im Hohlraum stehendes Wasser, so z.B. in einem Estrichaufbau, wird mit der Druckturbine in noch trockene Bereiche gedrückt. Diese Verteilung des im Hohlraum befindlichen Wassers verlängert die Trocknungsmaßnahme.
Der aufgebaute Druck in dem Hohlraum begünstigt das kapillare Emporsteigen der Feuchtigkeit in die Natursteinböden. Ausblühungen, verursacht durch Mineralien, werden sichtbar.
Muss ein Hohlraum per Druck mit trockener Luft durchflutet werden, so baut sich ein Gegendruck auf. Je größer die Entfernung zwischen Eintritts- und Austrittsöffnung, desto größer auch dieser Gegendruck.
Wird unter einen Bitumen-Estrichboden Luft gedrückt, so kann sich dieser aufgrund der Erwärmung und des Druckes wölben. Ein Totalschaden ist nicht auszuschließen.
Die Atemluft des Geschädigten wird stark mit Verunreinigungen belastet. So z.B. mit den krebserzeugend bzw. krebsverdächtig eingestuften Mineralfaserresten gemäß der “TRGS” (Technische Richtlinie für Gefahrenstoffe 521). Aber auch Kontaminierungen, wie z.B. allergieauslösende Sporen und sonstige Verunreinigungen können, nicht abgeleitet werden und treten in die Raumluft ein.